Termine

01.11.2018 | 19:30 Uhr | 
Friedensrufe
Kaiserpfalz Paderborn

02.11.2018 | 19:30 Uhr | 
Friedensrufe
Martin-Luther-Kirche Detmold

03.11.2018 | 19:00 Uhr |
Friedensrufe 
Theatersaal des Gymnasiums Marsberg

16.11.2018 | 19:30 Uhr |  
Friedensrufe 
Christuskirche Hannover 

17.11.2018 | 20:00 | 
Friedensrufe
St. Peter in Recklinghausen 

18.11.2018 | 16:00 Uhr |  
Friedensrufe
St. Petri (Petrikirche) Münster

Benjamin Reichert

Anaya Hubach

Cedric Trappmann

Maria Müller

Kristin Schulz

Laurin Siebert

Theresa Schoppmann

Martina Binnig

Peter Gortner

Kathi Göhr

Johannes Wallbrecher

Yannick Wilkendorf

Simon Herten

Lea Maria Kruse

Fabian Krämer

Mathis Koch

Joachim Stahr

Lukas Oppermann

Programme

2018 | Friedensrufe - Von der Vergänglichkeit des Irdischen
Nachdem wir die letzten Projekten der protestantischen sowie katholischen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts gewidmet haben, folgen wir nun den Spuren, die dieses Jahrhundert in der Musik späterer Epochen
hinterlassen hat. Die Faszination der Romantik für die Vergangenheit und die außerordentliche Qualität barocker Lyrik haben zu inhalts- und ausdrucksstarken Kompositionen geführt.

Unser Programm »Friedensrufe: Von der Vergänglichkeit des Irdischen« schlägt durch textliche und inhaltliche Bezüge einen Bogen zurück von den verheerenden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts zum Dreißigjährigen Krieg, der prägendsten Katastrophe des 17. Jahrhunderts in Europa.

Im Zentrum des ersten Teils steht das 1944 im KZ Theresienstadt von Victor Ullmann komponierte Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke. Die Handlung des Textes spielt im
Ungarnkrieg 1663 und dieser war in beiden Weltkriegen weit verbreitete Soldatenlektüre. Zwischen einzelne Sätze treten romantische Chorlieder von Robert Schumann und Johannes Brahms: u.a. Schnitter Tod, Altdeutsches Kampflied und In stiller Nacht.

m zweiten Teil erklingt Ernst Kreneks 1932 geschriebene Kantate von der Vergänglichkeit des Irdischen für Sopran-Solo, Chor und Klavier. Gemeinsam mit Max Regers Requiem »Seele, vergiss sie nicht« für Alt- Solo, Chor und Klavier zeigt sie die beiden wichtigen Eckpunkte von Mahnen und Gedenken im Jahr 2018: dem Beginn des  Dreißigjährigen Krieges 1618 und das Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Während Krenek ausschließlich barocke Lyrik verwendet und so im Gewand der Moderne neue Bedeutungseben erschließt, offenbart sich in Regers Hebbel-Text eine ungeahnte Kraft und eine neuzeitliche Vision des Lebens nach dem Tode: Erst Vergessen reißt die Toten hinfort. Reger selbst widmete sein Werk 1915 den Gefallenen des Weltkriegs.
2017 | Giacomo Carissimi - Fiat iustitia
Giacomo Carissimi (1605–1674) gehörte als Komponist und Pädagoge zu den zentralen Gestalten des katholischen Musiklebens seiner Zeit.
Das Programm „Fiat Iustitia“ stellt Carissimis Motette Beatus vir und sein Oratorium Jephte der ihm zugeschriebenen zwölfstimmigen Missa »L’homme armé« gegenüber. Die drei verschiedenen kirchenmusikalischen Gattungen beleuchten dabei ihren jeweiligen Blickwinkel auf das Thema der Loyalität. Verbindendes Element ist die Figur des gottesfürchtigen Mannes, im ersten Stück gepriesen für seine Standhaftigkeit, im zweiten betrauert für das Opfern seiner eigenen Tochter nach unbedachtem Schwur. Steht das Oratorium bei Carissimi am Beginn seiner Entwicklung als geistliches Pendent zur Oper, bildet die Missa »L’homme armé« den Abschluss einer Traditionslinie von Messvertonungen über das seinerzeit bekannte Renaissancelied des zu den Waffen gerufenen Kreuzfahrers.

Plakat Fiat iustitia 2017
2016 | Johann Hermann Schein – Israelsbrünnlein

Seine Sammlung „Fontana d'Israel. Israelis Brünnlein“ (1623) enthält 26 fünfstimmige Motetten nach Texten der hebräischen Bibel. Der Komponist bezeichnet sie als „geistliche Madrigale italienischer Manier“: Dies stellt eine der interessantesten Mischformen geistlicher und weltlicher Musik des frühen 17. Jahrhunderts dar.

Die einzelnen Stücke sind geprägt von bildhafter Textausdeutung nach italienischem Madrigal-Vorbild und tiefer, spiritueller Prägung deutscher protestantischer Motettenkunst: Bildlichen Figuren, raschen Wechseln von imitierendem und homophonem Satz, von ruhiger und rascher Rhythmik steht eine Motettentradition gegenüber, die eine übergroße Virtuosität und damit eine Vereinzelung der Stimmen verhindert, formale Strukturen schafft und somit die Werke im protestantischen Gottesdienst verwurzelt.

Plakat Schein Israelsbrünnlein

2016 | Salamone Rossi – Ha-Shirim Asher li-Shelomoh
Salamone Rossi (um 1570–1630), der in Mantua und Venedig lebte, ist der erste jüdische Komponist von dem es gedruckte Noten gibt. Er gehört ins Umfeld von Claudio Monteverdi. Seine Kompositionen im Madrigalstil zur jüdischen Liturgie erregten das große Aufsehen seiner jüdischen Zeitgenossen. Sie sind ein sehr frühes Zeugnis der Akkulturation der italienischen Juden an die Mehrheitsgesellschaft.

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